Dauereinzahler...unser täglich Brot

Ach war das eine schöne Zeit, als die Natur uns führte und wir ohne unser bewusstes dazu tun "Lernmaschinen" waren.

 

HomosapiensDas erste was wir gelernt haben war zu Atmen, dann kam das Krabbeln auf allen Vieren. Dann wurden wir vom "Vierbeiner" zum echten Homosapiens der aufrecht geht. Gewiss, zu Anfang noch etwas unsicher und mit vielen Stolperern, aber man fällt ja nicht tief als kleiner Knopf. Eine wichtige Lektion haben wir dort auch gelernt, sie steht in jedem Motivationsbuch, aber eigentlich ist sie in unseren Genen. Man muss immer einmal mehr aufstehen als man hinfällt. Noch viel wichtiger aber ist, wir haben jedes Mal etwas daraus gelernt und eine Kleinigkeit verändert, sonst würden wir ja immer noch auf allen Vieren rumkrabbeln. Später kam dann das erste Wort, und schon bald konnten wir uns verständigen. Und da passiert es, unser Verstand löst die Natur ab und schwups beginnen unsere Probleme. Was ist richtig und was falsch? Schreien führt nicht mehr automatisch zu Nahrung, sondern zu einem Wortschwall der Eltern, in einem noch nie dagewesenen Tonfall. Die Liste liesse sich bestimmt auf lustige Weise beliebig weiter führen. Aber was hat das alles mit Poker zu tun.

bad-beatWir alle, die es vom speerwerfenden Jäger oder der pflückenden Sammlerin zum Benutzer eines Online Pokerkontos geschafft haben, mussten zum ersten Mal Geld auf dieses Konto einzahlen. Und die Meisten von uns, haben diesen Vorgang schön öfters wiederholt. Ja bei den einen hat sich sogar eine bestimmte Routine eingeschlichen. Oft begleitet von Gedanken wie "Das ist das letzte mal...." oder "Ab jetzt spiele ich so und so..." etc.! Anwesende sind natürlich ausgeschlossen, aber alle anderen kennen dieses oder ähnliche Rituale. Gehen wir aber noch einen Schritt zurück, zurück zu dem Moment, in dem der Kontostand die 0$ erreichte. Ja klar, es war ein bad beat, und wir wollten wirklich nur schnell im höheren Limit spielen. Die Seite ist manipuliert und es gewinnen immer die, die mit den schlechten Karten in die Schlacht um den Pot ziehen. Der leichte Anflug von Sarkasmus sei mir verziehen, aber ich kann ganz gut mitreden bei diesem Thema! Oft sind die letzten Dollars wirklich auf diese Weise zu jemand anderem gewandert. Aber dir Frage sei erlaubt: "Wie um Himmelswillen kam es zum 12. Mal so weit, dass wir alles auf eine Karte setzen mussten?"

ZeigefingerJetzt beginnt es spannend zu werden! Unser Verstand arbeitet auf Hochtouren gegen uns und verhindert, dass wir vom Dauereinzahler zum Dauerauszahler werden. Wie? Ganz einfach. Der erste Fehler den wir machen, wir suchen die Schuld nicht bei uns. Auch eine alte Weisheit; zeigt man mit dem Finger auf jemanden, zeigen drei Finger immer auf den wahren Schuldigen. Das Schlimme daran ist, dass wir es in den meisten Fällen eigentlich besser wissen. Wir haben doch alle schon mal von Bankroll-Management gehört. Wir haben auch schon mal das Wort "Tableselection" aufgeschnappt. Und auch Begriffe wie "Steaming" oder "Tilt" sind uns nicht fremd. Was verhindert aber, dass wir dieses Wissen in die Praxis umsetzen?

Viele Menschen halten den Spruch: "Wissen ist Macht!" für "gut" oder "wahr"! Ich persönlich finde den Spruch absoluten Blödsinn, und Poker ist das perfekte Beispiel dafür. Was nützt es mir, wenn ich weiss, dass ich in einem zu hohen Limit spiele, oder nach einem bad beat eine Pause machen müsste, es aber nicht tue? Genau, gar nichts. Mir gefällt der Spruch in einer etwas erweiterten Form viel besser: "Nur angewandtes Wissen ist Macht!". 

Ein weiterer Faktor ist, dass viele Spieler sich selber überschätzen und es nicht sehen oder nicht sehen wollen. Sie haben das Spiel mal gelernt, das eine oder andere Buch gelesen, und der "continuation bet" hat wirklich funktioniert! Und nun? Wir alle wissen, dass wir bei sehr vielen Dingen die wir lernen, am Anfang unheimliche Fortschritte machen. Der Sprung aber, vom Hobby-Golfer der die Platzreife oder sogar ein Handicap geschafft hat zum Profi, ist ein sehr weiter und harter Weg. Das gleiche gilt fürs Pokern. Es ist nicht damit getan, die Stärke der Blätter zu kennen und zu wissen, was die Nuts sind. Es geht um mehr, um viel mehr, will man ein Winning Player sein.

Harte_ArbeitWas heisst aber harte Arbeit im Pokern. Man kann es natürlich nicht verallgemeinern, aber ich kann euch sagen, was ich getan habe und noch immer tue, um ein Winning Player zu bleiben! Meine Regelliste umfasst 30 Regeln rund um das Spiel, an die ich mich auch nicht immer, aber zu 90% halte. Auf der Hauptseite, auf der ich spiele, habe ich von über 10'000 Spielern eigene Notizen mit den entsprechenden Farben dazu. Jeden Tag führe ich Buch darüber, wie ich abgeschnitten habe. Einmal die Woche analysiere ich mein Spiel mit dem Holdem-Manager. 2-3 Stunden die Woche schaue ich mir Lernvideos an. Nicht nur, wie andere Spielen, sondern auch Videos dazu, wie man z.B. den Holdem-Manager richtig bedient und nutzt. Ende Monat analysiere ich den Monat mit dem Leak-Buster! IDiese Aufzählung ist nicht abschliessend, es gibt so vieles was man tun kann, um ein Winning Player zu werden oder zu bleiben.

Georg Bernhard Shaw hat einmal gesagt: "Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen." Auch ein Zitat von Garry Kasparov passt gut: "Intelligenz lässt sich nicht am Weg, sondern nur am Ergebnis feststellen." Wie ist dein Weg bisher verlaufen und vor allem, wie sind deine Ergebnisse? Erfolgreich und zufriedenstellend? Schön, dann gratuliere ich dir und wünsche dir weiterhin viel Erfolg. Sind aber die erhofften Erfolge ausgeblieben, dann möchte ich dich dazu ermuntern, die obigen Zeilen noch ein zweites Mal zu lesen. Den leichten Anstieg von Groll oder Ablehnung bei gewissen Passagen beiseite zu schieben und die Sache so zu betrachten wie sie wirklich ist.

Mach dich ab heute auf einen spannenden Weg zu tollen Ergebnissen. Tue es, bevor es zu spät ist, und du aus Frust ein tolles Spiel und eine grossartige Chance vergibst.

Don't dream it, do it!

"I like my chances, I'm all in!"




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