Erstaunen macht sich breit. Soeben habe ich festgestellt, dass mein letzter Pokerblog schon 7 ½ Monate her ist. Wie kam es dazu?
Vor meiner Abreise nach Kanada, wollte ich mich sehr intensiv um salessolution.ch kümmern. Das bedeutet, dass ich von Juni bis Mitte November online nicht gepokert habe. Hat es sich gelohnt? Auf jeden Fall, schaut Mal rein auf salessolution.ch oder liket uns auf Facebook.

Im November habe ich hier in Kanada begonnen etwas PLO zu spielen. Mehr schlecht als recht und ohne wirkliche Ambitionen. Dann, nach meiner Fasten- und Schweigewoche (20.12. – 27.12), die ich ohne elektronischen Geräte verbracht habe (kann ich nur empfehlen), hat es mich gepackt. Ich wollte es nochmals wissen. Also habe ich ein NLH Comeback gestartet. Da ich immer viel zu tun hatte, kam mir ein spezieller Umstand gerade recht. Auf der Seite, die ich für mein Comeback gewählt habe, gibt es „Hobbytische“. Die Zusammensetzung erinnert mich an das Jahr 2008 oder so. VPIP/PFR Durchschnitt um die 45/30! Ein Nachteil, sitzt man an einem solchen Tisch, kann man keine anderen Tische mehr öffnen. Eigentlich war es gar kein Nachteil. So konnte ich gemütlich einen Tisch spielen, und nebenbei den normalen Tagesgeschäften nachgehen, Serien schauen oder meine Faszien massieren.

Apropos Faszien, ich bin fasziniert davon. Hier in Kanada war ich einige Male in einer solchen Massage, man nennt es Rolfing. Nach einer solchen Session, war ich jeweils ein neuer Mensch. Ok, nicht ganz, aber es hat eine unglaubliche Wirkung. Falls es euch interessiert, schaut euch mal dieses Video an. (unbedingt bis nach der Grapefruit schauen) Wen es sehr interessiert, hier ein langes Video auf Deutsc. Höchst interessant, wie es unter unserer Haut zu und her geht. (Hab mich schlau gemacht. Die meisten Krankenkassen in der Schweiz bezahlen Rolfing, wenn man eine entsprechende Zusatzversicherung hat.)

Wie ist es also gelaufen am virtuellen Filz? Sehr gut würde ich sagen. Zum einen, sind die Tische einfach unglaublich gut (es gibt sie nur bis 0.5/1), und zum andern haben mir zwei Dinge extrem viel gebracht. 

  1. Ich habe begonnen zu meditieren. Nicht zum ersten Mal, aber zum ersten Mal habe ich es durchgezogen. Aktuell sind es 88 Tage am Stück. Danke an das Headspace App. Am Anfang habe ich nicht viel gemerkt. Um ehrlich zu sein, war ich drauf und dran wieder einmal aufzugeben. Doch dann hat es eingeschlagen. Wie erzähle ich dann mal in einem privaten Blog. Aber es war wirklich erstaunlich und ich bin sehr froh, dass ich dieses Mal dran geblieben bin. 
  2. Endlich habe ich mir die Zeit genommen, das Buch von Jared Tendler „The Mental Game Of Poker“ auch auf Deutsch zu lesen. Es ist zwar nicht das günstigste Buch, und doch habe ich es mir nochmals auf Deutsch gekauft. Mein Englisch ist eigentlich nicht schlecht. Es ist aber so viel einfacher, wenn man entspannt lesen und an die Umsetzung denken kann, anstatt permanent am „Übersetzen“ ist. Ich muss sagen, eine sehr gute Investition, denn es hat mir in einigen Punkten die Augen geöffnet. Und das Beste ist, die Techniken lassen sich auch im normalen Leben anwenden, nicht nur am Pokertisch. Wer sich also schnell aufregt, oder sich in gewissen Situationen unwohl fühlt, egal ob am Pokertisch oder sonst im Leben, sollte unbedingt einen Blick rein werfen.

Wissenschaftlich beweisen kann ich es natürlich nicht.  Gut, die Resultate beweisen es. Aber auch die Ruhe und Gelassenheit, dich ich während und nach den Sessions hatte, das kannte ich so gar nicht. Ich schätze, dass ich auf einer Tiltskala von 1-10 nie über eine 3 hinausgekommen bin. Egal was passiert ist. Und bei so vielen Händen passiert einiges.