Fasten, die Zeit der Musse, des Entspannens, der Reinigung und der Rituale. Letzte Woche war es wieder soweit. Die erste von vier geplanten Fastenwochen in diesem Jahr ging am Freitag mit einem gedünsteten Apfel zu Ende. Es hat wie immer sehr gut getan. Nicht nur dem Darm und dem ganzen Körper, sondern auch dem Geist. Wen wunderts, wenn die Verdauung, die einen grossteil unserer Energie verbraucht keinen „Saft“ mehr abzapft!

Die Aussage ich sei am Fasten versetzt manche Menschen in einen leichten Schockzustand. Oft sind die ersten Reaktionen: „Das ist aber ungesund, das weisst du oder?“ oder „Und du bist am Arbeiten/Sport machen?“ Ich faste schon seit vielen Jahren. Gefühlt würde ich sagen, bin ich keine 30% so oft krank wie viele Menschen in meinem Umfeld. Ja, ich Arbeite, gehe Laufen, ins Fitness und in die Sauna. Tortzdem haben mich diese Fragen animiert diesen Blog zu schreiben. Das Ziel ist nicht jemanden zu überzeugen, dass Fasten das richtige für ihn ist. Viel mehr möchte ich dazu anregen, dass man sich mit dem Thema beschäftigt, sich etwas einliest und vielleicht den Selbstversuch in betracht zieht.

Ich bin ja bekanntlich kein Arzt aber jemand, der sich für vieles interessiert. Wenn ich zu einem Thema das mich fasziniert verschiedene Meinungen höre oder lese, dann entscheide ich mich oft dafür es selber zu testen. Wie? Wer sich traut soll weiter lesen. Aber Achtung, es könnte euch nicht gefallen, wenn ihr euch bildlich vorstellt was jetzt kommt.

Wie bin ich eigentlich zum Fasten gekommen? Vor vielen Jahren habe ich im Fernsehen eine Sendung gesehen, bei der es um den Darm ging. Es könnte Galileo gewesen sein aber ich bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall wurde gezeigt, dass bei der Obduktion einer älteren Dame (80+), im Darm Essensreste gefunden wurden die über 30! Jahre alt waren!

Wie ist das möglich? Unser Darm soll ja die Fläche eines Fussballfeldes haben. Dies ist dank den Darmzotten möglich. Winzig kleine „Tentakel“, die uns bei der Verdauung unterstützen. Die sind es, die auch genügend „Schlupflöcher“ für Essensreste bieten:
Http://www.diegesundheitsseite.de/verdauung/enzyme/papayaenzyme
Der

Gedanke, dass ich den Big Mac von gestern noch in 30 Jahren mit mir rumschleppe, hat mich damals nachdenklich gemacht. Also habe ich recherchiert. Ich stiess auf verschiedene Artikel und Beiträge die den Bericht bestätigten. Es hat übrigens nicht nur positives, wenn Nahrung so lange liegen bleibt.

Also machte ich mich auf die Suche nach Lösungsansätzen. Bei meiner Obduktion soll man ja etwas frischere Ware vorfinden. Es gibt ganz sanfte Methoden wie die grüne Papaya im obigen Artikel. Auf der anderen Seite des Spektrums findet sich die „Kärcher-Hochdruckreinigung“ des Darms. Heute werden diese Darmspülungen auf deutlich sanftere Art gemacht.

http://www.heil-verzeichnis.ch/therapien/darmspuelung-53/

Trotzdem, es liegt mir nicht besonders da zu liegen, und jemanden an meinem Allerwertesten rumspielen zu lassen. Die Zeit wird wohl noch früh genug kommen.

Am Sympathischsten war mir das Fasten. Es hat mich am meisten angesprochen, weil ich unabhängig von anderen selber bestimmen konnte, wie ich meinem Darm etwas Gutes tue. Das auf eine Art, die etwas effizienter (und vor allem schneller) ist, als eine Papaya kur. Als wilder Draufgänger habe ich mich für die Radikalste aller Methoden entschieden, die ich in den Büchern finden konnte. Tag 1, Wasser trinken und Glaubersalz einnehmen, welches Dünnpfiff ohne Ende verursacht. Ab Tag 2 bis 7 nur noch 3-4 Liter Wasser trinken und jeden Tag einen Einlauf machen. Während einer solchen Woche habe ich jeweils 7 Kilos verloren. Bis auf den Hunger am zweiten und dritten Tag war es aber immer sehr „Heilsam“. Zu gerne hätte ich jeweils weiter gefastet. Ist man einmal über den kritischen Punkt hinaus, hat man kein Hungergefühl mehr und fühlt sich pudelwohl ohne Nahrung. Mein Arzt, mit dem ich die erste Fastenwoche meines Lebens besprochen hatte, hat mir aufgrund des starken Gewichtsverlustes davon abgeraten.

In Kanada habe ich dann ein neues Buch zum Thema Fasten gelesen. Und selbstverständlich habe ich die darin beschriebene Methode getestet. Der Versuch war ein voller Erfolg. Es wird alles sehr gut erklärt. Es gibt viele Tipps und Tricks, so dass man auch einiges über den eigenen Körper lernt. Und die Rituale machen einem das Fasten viel leichter als die Brechstangenmethode. Es ist rundum ein positives Erlebnis ohne einen wirklichen Hungertag.

Mein Buch ist zu einem richtigen Arbeitsbuch geworden. Ich bin froh habe ich es gelesen und einen neuen Ansatz ausprobiert. Es macht deutlich mehr Spass als vorher!
Wie neugeboren durch Fasten!

Das Glaubersalz und die Einläufe sind geblieben. Es werden aber auch alternativen dazu angeboten, da vor allem die Einläufe etwas abschreckend sein können. Persönlich glaube ich, dass es vor allem eine Kopfsache ist. Wer einmal die Wohltat erlebt hat, wird kein Problem mehr damit haben. Vor allem wenn man nach 6 Tagen nur trinken und täglichen Einläufen klares Wasser erwartet. Man aber mit schrecken feststellen muss, dass da noch viel mehr Abfall ist, als man gedacht hat.

Noch ein kurzes Beispiel aus dem Buch, zum Thema Sport und Fasten (Zitat):

Beispiel aus dem ärztlich betreuten Fasten:
Ein 54-jähriger Mann, 10‘000-Meter-Läufer, trainierte täglich während seines 50-Tage-Fastens. Am 49. Fastentag lief er seine bis dahin absolute Bestzeit.

Interessant ist, dass ich in der letzten Woche selber fast täglich meine eigenen Rekorde bei Freeletics gebrochen habe. Den letzten davon am letzten Fasten Tag.

Den mutigen wünsche ich viel Spass beim selber testen. Allen anderen wünsche ich den Mut sich etwas genauer mit dem Thema auseinander zu setzen, und es vielleicht eines Tages zu versuchen.

Gesunde Grüsse

Sandro